Film zur Inventarisierung/Digitalisierung/Präsentation im Internet


Der neue Film „Aus dem Heuson-Museum auf Ihren PC – neue digitale Vermittlungsformate“
gibt einen Einblick in die Arbeit der Inventarisierer und zeigt, wie man vom heimischen PC aus genaue Informationen über die einzelnen Objekte abrufen kann.

Die Inventarisierung gehört zu den Kernaufgaben eines jeden Museums. Denn „Erhalten und Bewahren“ heißt auch, dass Kenntnisse über die Herkunft eines Objektes dauerhaft überliefert werden. In der Archäologie spricht man vom Fundzusammenhang: Was wurde wann, wo und mit welchen anderen Objekten ausgegraben? Gegenstände von regionaler Bedeutung können natürlich nur dann Aussagen über eine bestimmte Kultur machen, wenn der genaue Fundort bekannt ist.

Der Büdinger Geschichtsverein sammelt seit über 100 Jahren Objekte verschiedenster Art. Daher hatte er das Problem vieler alter Sammlungen. Die Daten waren auf Karteikarten erfasst, die nicht dem heutigen Standard entsprachen, teils handgeschrieben – vielleicht sogar in Sütterlin – und manchmal unleserlich. Zu einigen Objekten gab es nur kleine Zettel mit wenigen Angaben, zu anderen überhaupt nichts. Ab den 1970er Jahren führte zudem die Fixierung der Museen auf ihre Ausstellungs- und Vermittlungsfunktion zu einer starken Vernachlässigung der Inventarisierung. Daher ist eine Gruppe von Freiwilligen seit 10 Jahren dabei, den kompletten Bestand nach den aktuellen Vorgaben des Hessischen Museumsverbandes neu zu inventarisieren.

Die Exponate kommen nach der Inventarisierung ins Depot. Wie ist es möglich, diese Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen?
Zum einen durch Sonderausstellungen zu einem bestimmten Thema und natürlich durch Publikationen. Eine weitere Möglichkeit ist das Internet.
Die Inventarisierung mittels Datenbank ist die Lösung mehrerer Probleme. Die Vorteile sind klar: Digital erfasste Daten können miteinander verknüpft werden. Auch die Suche gestaltet sich viel leichter, da die Objekte nach unterschiedlichsten Gesichtspunkten aufgelistet werden können. Mit der Verbindung über das Internet sind diese Daten an fast jedem Ort der Welt abrufbar.
Wichtig ist dabei natürlich die sachgerechte Vorbereitung der Daten für die Speicherung. Die individuelle Inventarisierung eines jeden Objekts bleibt genauso wesentlich wie bisher, nur die Dokumentation läuft nun nicht mehr rein auf Karteikarten, sondern auch elektronisch.
Um zu gewährleisten, dass alle Daten auch in Zukunft ohne großen Aufwand elektronisch gelesen, verarbeitet und in neue Systeme übertragen werden können, gibt es ein allgemein verbindliches System von Datenfeldern, das vom Deutschen Museumsverband festgelegt wurde. Link zur Objekt-Datenbank http://heuson-museum.ifaust-online.de

Die Arbeit in der Objekt-Datenbank ist recht einfach und bietet vielfältige Möglichkeiten. So kann man ein bestimmtes Exponat aufrufen, über Stichpunkte suchen oder im Bestand stöbern. Wie das genau funktioniert, auch das wird im Film anschaulich erklärt. Eine schriftliche Anleitung zur Arbeit mit der Datenbank finden Sie hier.

Entstehen konnte dieser Film durch die Zusammenarbeit zwischen Mitarbeitern des Heuson-Museums und Sambeca-Media. Mit Benjamin Harris und Saman Fatimis waren zwei Büdinger für die Produktion zuständig, die nicht nur durch beeindruckende Bilder und professionelle Umsetzung überzeugen, sondern auch ihre Kenntnis der Gegebenheiten vor Ort ins Spiel brachten.

Realisiert werden konnte dieses neue Angebot des Heuson-Museums mit der Förderung durch das Bundesprogramm NEUSTART Sofortprogramm