Von Hökerweibern und Pfeffersäcken - 1000 Jahre Handel, 16. Juni - 03. November 2019

Eröffnung am Sonntag, 16. Juni 2019, 14.00 Uhr

Die Ausstellung beginnt mit den internationalen Handelsrouten der damals bekannten Welt, so der Seidenstraße, auf der neben Seide vor allem  Gewürze, Pelze, Keramik, Porzellan, Jade, Bronze, Silber und Glas gehandelt wurden. Die Bernsteinstraße wurde schon seit der Bronzezeit für den Transport von Bernstein und anderen Handelsgütern genutzt. Verlauf und Bedeutung der Via Regia und der Via Imperii, den für unseren Raum sehr wichtigen Handelsstraßen, werden aufgezeigt.

Auch die Seefahrervölker werden von der Zeit des alten Ägyptens bis zur Niederländischen Ostindien-Kompanie mit Texten und Karten kurz vorgestellt. Der Entstehung, weiteren Geschichte und dem Niedergang der Deutschen Hanse im Norden und Osten Europas ist eine eigene Tafel gewidmet, illustriert mit einer Landkarte Nordeuropas aus dem Jahre 1539.

Regionaler wird es bei der Handelsgeschichte der Schifffahrtswege Main und Kinzig, dem Eselsweg, einer historischer Handelsstraße durch den Spessart, und der Birkenhainer Straße, dem alten Handelsweg zwischen Hanau und Gemünden am Main. Der Messestandort Frankfurt ist ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung.

Ein großes Problem des überregionalen Handels waren die Kleinstaaterei und die damit verbundenen vielfachen Zollgrenzen im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation, eine großformatige Karte von 1400 zeigt das sehr anschaulich. Um 1790 gab es in Deutschland 1.800 Zollgrenzen. Auch die unterschiedlichen Währungen machten den Kaufleuten das Leben schwer, daher ist das Geld - vom Gewichtsgeld über Münzen zum Papiergeld - ein eigenes Thema der Ausstellung. Aus dem Fundus des Heuson-Museums werden dazu u. a. Teile der Münzfunde von Wolferborn und Haingründau, Silbermünzen wie Taler und Pence aus dem 16. Jh., Schillinge, Kreuzer und Albus aus dem 17. Jh. sowie ein Armband aus zehn Schnepfenhellern gezeigt.

Die Geschichte des Marktrechts und der Märkte in Büdingen sind ein zentraler Inhalt, dazu die Bedeutung von Holz und Wein für den regionalen Handel. Der Bau einer Papiermühle ab 1714 war wichtig für die Entwicklung des Buchdrucks in Büdingen, der fast dreihundert Jahre Bestand haben sollte. Auch die Töpferei, die Glas- und Ziegelproduktion und der Bergbau hatten im Ysenburger Herrschaftsgebiet eine lange Tradition, während die Salzproduktion nur ein kurzes, teures Intermezzo blieb.

Petra Lehmann-Stoll, die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Heuson-Museums, hat aus dem riesigen Fundus kleine und sehr große Objekte ausgesucht, die nun in den vier neuen Ausstellungsvitrinen präsentiert werden. Gezeigt werden u. a. Schmuckgegenstände aus Bernstein, Jade und Korallen, chinesisches Porzellan, eine Römische Spardose, die Geldtruhe der Stadt Büdingen aus dem Jahre 1643 und eine Münzwaage von 1776.

Wer die neue Dauerausstellung zur Geschichte der Region noch nicht gesehen hat, kann das bei dieser Gelegenheit gleich nachholen.