Sprache in Büdingen - 04.September 2018

Dr. Lars Vorberger (Deutscher Sprachatlas, Marburg)
Die Stadt Büdingen zählt – dialektologisch betrachtet – zum zentralhessischen Dialektverband, der Teil des hessischen Sprachraums ist. Dieser wiederum zeichnet sich durch eine große Komplexität aus. Nicht nur dies lässt eine Untersuchung der sprachlichen Verhältnisse in Büdingen lohnend erscheinen. Denn für das Rhein-Main-Gebiet werden seit langem regionalsprachliche Entwicklungen beobachtet, die auch Büdingen betreffen. Beobachtet wurde eine sprachliche Beeinflussung des nördlichen Rhein-Main-Gebiets durch den südlichen, vor allem Frankfurter Raum.
So stellt sich die Frage: Wie sprach man früher und wie spricht man heute in Büdingen? Der Vortrag wird kurz in die hessische Sprachlandschaft einführen, danach – ausgehend von einer aktuellen Dissertation Vorberger (2017): Sprachvariation und Sprachwandel im mittleren und südlichen Hessen – die Sprache in Büdingen näher beleuchten und dann über den Sprachwandel einen Bogen zu neueren sprachlichen Entwicklungen und dem sprachlichen Status quo in Büdingen schlagen.

04. September, 20.00 Uhr

Beginn der frühneuzeitlichen Hexenverfolgung in der Grafschaft Büdingen - 09. Oktober 2018

Dr. Stefan Xenakis
Eine ungute Mischung aus Aberglaube, Politik und dynastischem Streit brachte die Grafschaft Büdingen in den Jahren um 1560 in eine Vorreiterrolle bei den Hexenverfolgungen. Stefan Xenakis hat hierzu die reichlich vorliegenden Quellen des isenburgischen Archivs für die ersten Jahre der Verfolgungen für seine 2008 erschienene Magisterarbeit eingehend untersucht.
Die Arbeit erscheint nun im Rahmen der Büdinger Geschichtsblätter und wird im Vortrag näher vorgestellt. Besonders beleuchtet sie das Agieren des Grafen Reinhard gegen die Familie eines Altbürgermeisters, das zu Verurteilung und Hinrichtung seiner Frau, einer angesehenen Büdinger Bürgerin, führte.
Der Vortrag zeigt aber auch, wie Mentalität und Rechtssystem solche Prozesse ermöglichten, wie die Anklagen zustande kamen und wie sich daraus die großen Verfolgungswellen entwickeln konnten, die bis heute das Bild jener Zeit prägen.

09. Oktober, 19.00 Uhr