Die Funde von Altenstadt/Höchst - 19. April 2018

Jaqueline Kurz referierte

Spätestens seit der Entdeckung des Fürstensitzes des Glaubergs spielt die ältere Eisenzeit eine große Rolle in der Geschichtsforschung der Wetterau. In den letzten Jahren sind es besonders die Flachlandsiedlungen, welche genauer in Augenschein genommen werden. Zu diesen zählt auch die ältere eisenzeitliche Flachlandsiedlung in dem geplanten Neubaugebiet Altenstadt-Höchst „Die Beune“, welche im Zeitraum vom 06.04.2016 bis 08.08.2016 archäologisch untersucht werden konnte. Hierbei konnten teils sehr tief erhaltene Entnahmegruben sowie 25 Silo-/Vorratsgruben der Siedlung ergraben werden. Aus diesen konnten sehr viele Funde geborgen werden, welche auf das alltägliche Leben der eisenzeitlichen Bewohner der Siedlung hinweisen. Funde wie etwa eine Dechsel geben einen Einblick in das Spektrum der verwendeten Werkzeuge, doch auch Webgewichte und Spinnwirtel lassen auf eine eigene Produktion von Stoffen schließen.

Viele Fragmente grobkeramischer Vorratsgefäße, sowie höchst sorgfältig gearbeitete feinkeramische Schalen und Töpfe konnten bei den Untersuchungen geborgen werden. Einige von ihnen zeigen Verzierungen in Form von aufgesetzten Zierleisten, Fingerabdrücken, Kammstrich, sowie Eindrücke und Ritzlinien. Ein besonderes komplett erhaltenes Objekt bildet ein S-förmiger Topf mit dem Ritzmuster der Hessisch-Thüringischen-Strichverzierung mit Resten weißer Inkrustierung.