Gewalt und Gemeinschaft von Landsknechten – die Entstehung eines neuen Söldnertypus - 13. März 2018

„... liebe Herren, ein unerhörter Krieg ist das“, schreibt der Ulmer Ratsherr Matthäus Neithardt im Jahr 1504 aus dem Landshuter Erbfolgekrieg. Meutereien und wildes Plündern sind an der Tagesordnung. Man bediente sich eines noch neuen Instruments: Massenheere von Söldnern; den berühmten und berüchtigten Landsknechten. Der Vortrag beschreibt Formen, Anlässe und Motive ihrer Gewalt. Es geht um die Auswirkungen auf ihre Gruppe, aber auch um die Menschen, die ihnen zum Opfer fallen.

Aus Augenzeugenberichten wird ihr Handeln erschlossen und mit historisch-soziologischen Methoden untersucht. So lässt es sich mit den heutigen, so genannten „Neuen Kriegen“ vergleichen. Und es zeigt sich: Gewalt wirkt gemeinschaftsbildend. Sie schweißt Gruppen enger zusammen, entzieht sie der obrigkeitlichen Kontrolle und bringt weitere Gewalt hervor.

Die Ausführungen von Stephan Xenakis beruhten auf Aktenmaterial über Kriegszüge, die zwischen 1499 und 1526 im Raum des Schwäbischen Bundes geführt wurden. Damit sind einige Besonderheiten verbunden, wie die vielfach bunte Zusammensetzung mancher Haufen, in denen sehr unterschiedliche Kämpfertypen gemeinsam in die Schlacht zogen.