Ein Briefwechsel der Fürstin Marie zu Ysenburg zum Kirchenkampf der Bekennenden Kirche in Büdingen ist jetzt online

Auch Büdingen hatte, wie ältere Bürger sich noch erinnern werden, eine Gemeinde der Bekennenden Kirche. Aber die jüngeren Büdinger werden meist nicht wissen, dass Martin Niemöller, die große Gestalt der BK, für zwei Jahre sein Büro im Büdinger Schloss hatte. Als die Prinzessin Marie zur Lippe (1890-1973) 1920 den Fürsten Carl heiratete, übernahm sie als Fürstin zu Ysenburg auch das Kirchenpatronat. Ab 1934 diente dies gegenüber staatlichen Stellen dem Schutz der Bekenntnisgemeinde, deren Leben sich in der Korrespondenz der Fürstin widerspiegelt.

Jetzt hat Christoph von Wolzogen, ein Großneffe der Fürstin Marie, die nach dem Krieg auch eine Rolle in der Frauenfriedensbewegung spielte, eine Dokumentation dieser Korrespondenz zwischen 1934 und 1965 auf academia.edu eingestellt. Dazu eine erste Stimme: „Wahrlich ein Schatz. Unverzichtbar für ein tieferes Verständnis der BK. Wenn man nur die offiziellen Dokumente, die Texte der Wortführer wie Niemöller, Barth, Bonhoeffer oder Gollwitzer studiert, entgeht einem ja noch völlig, wie sich der Kirchenkampf unterhalb der ‚Königsebene’ ausnahm: eben in Auseinandersetzungen um Kindergärten, Strom in der Kirche und  die Besetzung von Pfarrstellen. Das muss man tatsächlich von Brief zu Brief lesen, um ein Gespür dafür zu bekommen – eine historische Darstellung könnte es kaum so gut ans Licht bringen. Deshalb ist es außerordentlich verdienstvoll, diese Briefe nun dem interessierten akademischen Publikum zugänglich zu machen“ (Norbert Reck).

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