Ausschreitungen am 15. März 1933

In den Abendstunden des 15. März 1933 wurde eine große Anzahl der männlichen jüdischen Bürger Büdingens auf Befehl der SA aus ihren Wohnungen geholt und in die Büdinger Gastwirtschaft Schäfer verbracht. Dort kam es dann zu Ausschreitungen, die den jüdischen Bürgern die inzwischen erfolgte „Machtübernahme“ zum Bewusstsein bringen sollen. Man „verurteilte“ jeden der jüdischen Bürger, eine gewisse Anzahl von Kniebeugen auszuführen. Darüber hinaus scheute man sich auch im Einzelfall nicht, die ihrer Freiheit Beraubten körperlich zu misshandeln. Die Aktion wurde aus „Zweckmäßigkeitsgründen“ in der Hauptsache von auswärtigen SA-Leuten durchgeführt. Der Büdinger SA fiel im Wesentlichen die Aufgabe zu, den mit den Örtlichkeiten nicht vertrauten auswärtigen SA-Leuten in der Dunkelheit die Judenhäuser zu zeigen, aus denen dann die jüdischen Bürger abgeholt wurden.

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"Boykott" am 1. April 1933

Am 1. April 1933 standen SA-Leute vor den jüdischen Geschäften und forderten zum „Boykott“ auf. Dieser hatte in Büdingen Folgen, da es 44 Kaufleute, Händler/innen und Metzger in der Kernstadt gab.

Ausschreitungen am 06. April 1935

Als sich der Angeklagte in den späten Abendstunden des 06. April 1935 nach einem Gasthausbesuch mit zwei Begleitern auf dem Heimweg befand, begegnete er auf dem Marktplatz dem jüdischen Bürger Salomon. Der Angeklagte rief Salomon zu: „Hände hoch!“ Salomon nahm mit Recht an, bei einer Weigerung geschlagen zu werden. Er kam deshalb der Aufforderung nach und folgte dann weisungsgemäß dem Angeklagten und seinen beiden Begleitern bis vor die nahe gelegene Polizeiwache, wo er sich eine Durchsuchung seiner Taschen nach Waffen durch einen Polizeibeamten gefallen lassen musste. Der Angeklagte gibt zu, dass sein Vorgehen völlig unveranlasst gewesen ist.

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Sachbeschädigungen 1935

Sachbeschädigungen zum Nachteil von Juden in der Nacht vom 23. auf den 24. Mai 1935:

  • Schuhwarenhändler Karl Kaufmann, Bahnhofstraße 14
  • Kaufmann Sigmund Speier, Bahnhofstraße 16
  • Kaufmann Adolf Goldschmidt, Marktplatz 9
  • Händler Ludwig May, Vorstadt 11
  • Lehrer Max Halberstadt, Mühltorstraße 12 (Synagoge)
  • Firma Textilgeschäft Simon Weil, Neustadt 4

wurden die Türdrücker an den Laden- und Haustüren abgeschnitten, Fensterläden ausgehängt oder das Scherengitter vor dem Ladeneingang herausgerissen.

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Neue Auflagen 1936

Da viele Düdelsheimer auswandern wollten, richtete das Kreisamt in Büdingen am 12. Februar 1936 ein vertrauliches Schreiben an den Düdelsheimer Bürgermeister betreffend „Maßnahmen gegen alle Arten von Steuerhinterziehung, Kapitalflucht u. dergl.“ Es verlangte neben den üblichen Angaben auch eine von der Gemeinde beglaubigte Aufstellung der Vermögensverhältnisse des Antragstellers. Wenn ein Jude bereits einen Reisepass habe, solle dieser eingezogen und erst nach Vorlage der genannten Vermögensaufstellung wieder ausgehändigt werden.

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Handel mit Juden

Der Dachdeckermeister W. fragte am 02.12.1936 die Reichskanzlei Berlin an, ob „in einem jüdischen Hause, in dem nur deutsche Volksgenossen wohnen, eine dringend nötige, kleine Dachausbesserung vorgenommen werden dürfe“.

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Pogrom am 10. November 1938

... zunächst zahlreiche jüdische Einwohner von Büdingen aus ihren Wohnungen geholt und in das Amtsgerichtsgefängnis gebracht.
Am frühen Nachmittag rottete sich eine größere Menschenmenge zusammen, die durch die Straßen der Stadt zog und Gewalttätigkeiten beging … Während zahllose Neugierige von der Straße aus zusahen, drangen einzelne Haufen, zumeist aus Jugendlichen und Schulkindern bestehend, in die jüdischen Wohnungen ein, zertrümmerten die Möbel und andere Einrichtungsgegenstände, zerschlugen Fensterscheiben und Geschirr, schlitzten die Betten auf und warfen Möbelstücke, Wäsche und andere Dinge auf die Straße.

Aus dem Urteil zum Pogrom am 10. November 1938

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Enteignungen 1939

Am 28. Februar 1939 wies der Landrat die Bürgermeister an: „Eine Verschleuderung des jüdischen Besitzes ist nicht erwünscht, da sonst in vielen Fällen die Juden der öffentlichen Fürsorge zur Last fallen. Andererseits bleibt es natürlich dem Käufer unbenommen, den Kaufpreis so weit als möglich herab zudrücken. Da jedoch das Reich kein Interesse an der Bereicherung Einzelner hat, wird in Fällen grober Unterbewertung eine Ausgleichsabgabe erhoben“.

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